Orthopädische Manuelle Therapie (OMT)

Die Manuelle Therapie dient in der Medizin zur Behandlung von Funktionsstörungen des Bewegungssystems (Gelenke, Muskeln und Nerven); sie ist der von Physiotherapeuten mit einer speziellen Weiterbildung durchgeführte Teil der Manuellen Medizin. Sie beinhaltet Untersuchungs- und Behandlungstechniken. In alternativmedizinischen Behandlungsformen darüber hinaus auch die Behandlung von vielfältigen Beschwerden anderer Körperregionen und von generalisierten Befindungsstörungen. In Deutschland weltweit einzigartig wird die Ausbildung zum Manualtherapeuten zweigeteilt. Das Zertifikat Manuelle Therapie wird nach 360 Stunden Unterricht und bestandener Abschlussprüfung erteilt. Diese Prüfung findet allerdings weltweit keine Anerkennung. Im Ausland ist der Abschluss OMT erforderlich um als Manualtherapeut zu arbeiten.

Die Ausbildung umfasst ein intensives Studium von schnellen Mobilisationen und die Vertiefung des Stoffes der in Deutschland erforderlichen Zertifikatsausbildung. Insgesamt gehören weitere 1500 Stunden Ausbildung mit abschließender Prüfung vor einem internationalen Gremium mit Anfertigung einer wissenschaftlichen Arbeit.

In der Praxis Folkmann und Schulz tragen diesen Titel Sonja Möller-Hardt, Bernd-Ulrich Schulze und Daniel Schulz. Alle drei unterrichten in AIM (Arbeitsgemeinschaft für integrative Medizin) als Dozenten.

Geschichte der Manuellen Therapie

Im klassischen Altertum wurden Rückenschmerzen mit bestimmten Griff- und Massagetechniken behandelt. Hippokrates beschrieb neben den traumatischen Ausrenkungen auch leichte Wirbelverschiebungen und gab an, wie diese zurechtzurücken seien. Im Mittelalter waren zahllose Laienbehandler ("Knocheneinrenker", "Gliedersetzer") unterwegs, um die von den konkurrierenden Ärzten vernachlässigten Schmerzenzu behandeln. An präparierten Skeletten hatte man die Vorstellung von Verrenkungen und Verklemmungen vor allem der Wirbelgelenke entwickelt, die von der heutigen Medizin nicht bestätigt werden konnte.

In den USA war das so genannte bonesetting seit dem 18. Jahrhundert sehr verbreitet. Seit dem 19. Jahrhundert wurde es in verschiedenen Spielarten und unter zahlreichen Bezeichnungen auch in Europa wieder eingeführt, zunächst von Heilpraktikern, seit dem zweiten Weltkrieg auch zunehmend von orthopädisch oder hausärztlich tätigen Ärzten. Die schulmedizinische pathophysiologische Theorie richtet sich anstelle auf die Knochen "Verrenkungen" vorwiegend auf muskuläre Verspannungen und Imbalancen, die von Fehlbelastungen ausgelöst werden. Die Biomechanik muss die unterschiedliche Form der Gelenke und die komplexen Ansatzpunkte und Ausrichtungen der Muskulatur berücksichtigen, was eingehnde anatomische Kenntnisse voraussetzt.

Im 20. Jahrhundert entwickelten alternativmedizinische Manualtherapeuten den Anspruch, außer den einfachen belastungsbedingten Schmerzen im Bewegungsapparat auch andere Krankheiten und Befindungsstörungen zu beeinflussen. Dazu werden - ähnlich wie bei der Akupunktur - nervliche, reflektorische oder energetische Verbindungen der Knochen und Gelenke mit dem übrigen Körper postuliert, deren Existenz allerdings nicht belegt werden konnte Neben Magen-Darm-Beschwerden sind vor allem psychische Beschwerden, Angstneurosen, Depressionen und Entwicklungsstörungen ein häufiges Ziel manualtherapeutischer Interventionen. Das Kiss-Syndrom (kopfgelenkinduzierte Entwicklungsstörungen von Kindern) ist ein Beispiel für eine häufige alternativmedizinische Diagnose, die durch manuelle Therapie behandelt wird, aber in der wissenschaftlichen Medizin keine Entsprechung hat.

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